Nachrufe:  Leni Bützer und Maria Lutz

 

Leni Bützer  * 25. März 1927   + 7. Mai 2015

 

Am meisten hat sie sich darüber gefreut, wenn sich ehemalige Schülerinnen oder Schüler bei ihr meldeten, die inzwischen selbst Eltern von schulpflichtigen Kindern  waren. Sie erzählte strahlend, dass diese „Kinder“ schon bei ihr auf der Schulbank gesessen, im Kommunionunterricht oder Firmkurs gewesen waren. Die ehemalige Konrektorin   kannte ihre Benrather, die im Umkreis der Pfarrei  St. Cäcilia aufgewachsen waren. Schon ihr Vater war ja ein bekannter Benrather Lehrer gewesen. Leni erzählte stolz, dass wir ihm eine „Benrather Heimatgeschichte“  zu verdanken haben, die teilweise sogar in eschtem Benrather Platt jeschrieve wor.
Frau Bützer lebte ihren Beruf wahrlich als Berufung. Ihr ging es um mehr, als nur Vermittlung von  Alltagswissen. Der  ganze Mensch war ihre Aufgabe. Sie sah ihre Kinder und Jugendlichen nicht nur im Hinblick auf ihre schulischen und beruflichen Ziele, sondern um das Erreichen der übernatürlichen Ziele. Für sie bedeutete Christsein: Gott zu dienen.  Deshalb machte sie im Kirchenchor mit, nahm aktiv ihren Platz im Pfarrgemeinderat ein und ergriff zusammen mit Frau Marianne Meurer  die Initiative, als 1984 die Partnerschaft mit Chile ins Leben gerufen wurde. Von Anfang an lag ihr dieses Projekt am Herzen.  Briefe gingen hin und her,  Reisen wurden auf die andere Seite des Ozeans unternommen, und alles wurde getan, um die Partner mit vollen Händen zu erfreuen. Deshalb setzte sich Frau Bützer ein, um das Weihnachtsbüdchen auf Schwung zu bringen. Sie sprach die  Leute an und bat sie beispielsweise, Handarbeiten für das Weihnachtsbüdchen  zu machen. Sie besorgte frische Walnüsse von ihrer Verwandtschaft aus der Eifel.   Sie half tatkräftig mit beim Marmeladekochen, Plätzchenbacken und Verkaufen von selbstgemachten Dingen.  
Ihre Beiträge in den Chiletelegrammen wurden gerne gelesen. So erfuhren die Benrather viel über die Arbeit der Patres des Oratorio Mariano und ihren 40 Landgemeinden, über das Altenheim, die Schule und das Internat für 85 Kinder, oder über ihren Kontakt zu den Engeln, die ihr Geschenke für das Weihnachtsbüdchen versprachen.
Frau Bützer war, was in einem Lied der Chilenen so besungen wird: somos testigos de Christo en palabras y accion. Wir sind Christi  Zeugen in Wort und Tat.

 

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Maria Lutz * 13. Mai 1934 + 7. April 2015

 

„Nicht trauern wollen wir, dass wir sie verloren haben,
 sondern dankbar sein, dass wir sie gehabt haben.“


So stand es in der Todesanzeige für Maria. Dieses  Wort unterschreiben alle, die sie gekannt haben und ihr Andenken bewahren.

 

Maria

  •  war eine echte Benratherin.  Schon  als Kind hatte sie  im Schlosspark gespielt und kannte sich aus. Deshalb verriet  sie den andern im Chilekreis die besten Stellen,  um  Obst zu pflücken. Sie wusste genau, wo die leckeren  Kornelkirschen, Holunderbeeren oder Äpfel  zu finden waren,  wann am Stadtrand die Brombeerhecken geplündert  werden mussten, oder wie man die schönsten  Blumen  zum Schmuck der Tische im Cäcilienstift fand, damit  Cafeteria, Fastenessen oder Frühschoppen noch besser gefielen.
  • war sofort zur Stelle, wenn schwer gearbeitet wurde, sei es im Sommer, um die  Marmelade zu  kochen oder im Winter, um ihr geliebtes Spritzgebäck zu backen.
  • besorgte jedes Jahr zur Tombola in der Benrather Geschäftswelt die  Gewinne, damit  große und kleine Loskäufer ihr Glück ziehen konnten. Sie hielt den Kontakt zur Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB)  und sprach viele Leute freundlich an, damit sie sich  für  die Armen in Chile engagierten.
  • hatte  ein Händchen für Selbstgemachtes. Sie gehörte zu den Wollmäusen, die sich regelmäßig trafen, um für die Partnergemeinde  zu nähen, häkeln oder sticken.  Sie konnte wunderbare Sachen stricken. Die Ideen  für Mützen, Schals  und Handschuhe  gingen ihr niemals  aus. 
  • hatte das Talent, in fast  jeder Sache etwas Heiteres  zu entdecken. Sie war schlagfertig und witzig. Vor allem wird uns ihre immer gute Laune fehlen.
  • gehörte zu den stillen Helfern hinter den Kulissen. Mit unermüdlichem Einsatz war sie stets da, wenn Leute zum Arbeiten  und Feiern  gebraucht wurden.

Zu dem großen Erfolg der Partnerschaft zwischen Chile San José und Benrath St. Cäcilia hat Frau Maria Lutz wesentlich beigetragen.  Ihr fröhliches Wesen hat immer dann alle aufgemuntert, wenn  die Arbeit schwerer  wurde. Deshalb war es schön, mit ihr zusammen zu sein.