Kinderkolumne Ostern 2017

Ostern

Hallo liebe Kinder und auch liebe Erwachsene,

 

immer wenn es Herbst wird, findet in St. Cäcilia ein besonderer Gottesdienst statt, der von den Jägern gestaltet wird. Besonders ist dieser Gottesdienst nicht zuletzt deshalb, weil die Jäger ihre für die Jagd ausgebildeten Hunde ins Gotteshaus mitnehmen dürfen. Außer uns Kirchenmäusen düfen ja sonst eher keine Tiere in die Kirche. So kam es, dass ich Hasso, einen alten Jagdhund, in der Kirche kennenlernte. Ich fang einfach mal an, zu erzählen:

 

Der Gottesdienst war gerade zu Ende gegangen, als ich hinten in der Kirche ein gequältes Schnaufen hörte. Neugierig geworden, (ich weiß eine meiner schlechteren Eigenschaften) machte ich mich auf die Suche nach dem Geräusch und wäre beinhahe über ein großes Fellbündel gestolpert. „Hoppla, wen haben wir denn da ?“ rief ich aus. „ Ich bins Hasso der Jagdhund“ kam es brummend zurück. „Was machst denn Du noch hier drin?, wollte ich wissen. „ Och,“ seufzte der aus der Nähe betrachtet beängstigend große Hund, „ich bin schon sehr alt und mir tun alle Knochen weh. Ich habe gerade ein Gepräch mitbekommen. Mein Herrchen hat sich mit einem anderen Jäger unterhalten und gesagt, dass ich für die Jagd nicht meht tauge. Ich sei zu alt, nicht mehr schnell genug und meine Ohren sollen auch nicht mehr richtig funktionieren! Hab ich genau gehört. Phh,bleib ich halt liegen und steh nicht mehr auf.“ Sprachs und versenkte den Kopf traurig zwischen seinen Pfoten. „Hör mal, das geht nicht, dass Du hier liegen bleibst,“ wandte ich ein. „Hier in die Kirche dürfen Hunde eigentlich gar nicht rein.“ Kaum ausgesprochen, fing der Hund an aus tiefster Seele zu jaulen, so dass ich vor Schreck fast umgepurzelt wäre. „Schon gut, schon gut“, versuchte ich ihn zu beruhigen. „Komm, ich erzähle Dir etwas, dass Du wieder aufstehst - versprochen!“ Da hörte Hasso tatsächlich mit dem Jaulen auf und ich beeilte mich ihm zu erklären: „Du bist ja hier in der Kirche und durftest erleben, wie die Menschen Gottesdienst gefeiert haben. Sie tun dies, weil sich vor langer, langer Zeit etwas ganz Wundervolles ereignet hat. Gott hat seinen Sohn in diese Welt geschickt. Jesus, so sein Name, hat in seinem Leben viel Gutes gesagt und getan.

 

Das haben Menschen in einem Buch aufgeschrieben, das wir Bibel nennen. Daraus wird in jedem Gottesdienst vorgelesen. Wir nennen das auch die Frohe Botschaft. Die freudigste Nachricht in der Bibel ist eng mit einem Fest verbunden, das die Menschen im Frühling feiern. Das Fest heißt Ostern. Jesus wurde von den Menschen getötet. An sich ist das ja zunächst keine gute Nachricht. Seine Freunde, die Apostel, waren darüber auch sehr sehr traurig. Am dritten Tag nach seinem Tod passierte dann  aber das Wunderbare. Einige Frauen waren zum Grab gegangen. Dort  begegnete Ihnen ein Bote Gottes. Er sagte ihnen, dass Jesus nicht länger tot im Grab liegt, sondern auferstanden ist. Die Frauen haben das Jesus Freunden natürlich sofort erzählt. Diese konnten es erst gar nicht glauben, aber tatsächlich ist Jesus ihnen dann auch selber begegnet und hat mit ihnen gesprochen. Da waren alle sehr glücklich, denn sie wussten dadurch: Gott will dass wir leben! Der Tod hat keine Macht mehr. Wir werden auch wie Jesus Christus nach dem Tod weiterleben. Wenn wir traurig und niedergedrückt sind, dann dürfen wir daran denken. Es gibt für uns keinen Tod mehr und nichts im Leben kann so schlimm sein, dass wir nicht mehr aufstehen wollen. Gottes Sohn hat es uns vorgemacht. Klar sind wir manchmal traurig. Durch seine Auferstehung hat Jesus jedoch gezeigt, dass er das Leben will. Sogar nach unserem Tod werden wir leben. Mehr noch, Gott verspricht uns ein Leben in Fülle nach dem Tod - wir wissen nur nicht, wie das genau aussehen wird.

Ich bin sicher, auch wenn es Dir im Moment nicht gut geht - es lohnt sich für Dich aufzustehen!“

 

„Das hört sich zu schön an, um wahr zu sein“, zweifelte der alte Jagdhund. „Schau,"  versuchte ich ihn weiter aufzumuntern, „Ostern feiern wir im Frühling. Alles erscheint tot, alles ist grau und die Bäume habe keine Blätter. Im Frühling erwacht die Natur zum Leben. Es gibt wieder Blumen und die Äste der Bäume tragen frisches Grün. Du sollst sehen, wenn Du aufstehst, hält das Leben noch Schönes für Dich bereit, auch, wenn Du Dir nicht vorstellen kannst, was das sein wird. So kam es, dass der alte Hund sich schwerfällig erhob und sich draußen auf die Suche nach seinem Herrchen machte. Was soll ich Euch sagen? Vor kurzem bin ich Hasso im Park begegnet. Seine Schnauze war ein bisschen weißer geworden, sein Gang etwas schwerfälliger und seine Augen vom Alter noch ein wenig trüber. Er freute sich aber sehr, als er mich entdeckte. Mittlerweile genoss er es, nicht mehr auf die Jagd zu müssen. Schön war es für ihn, einfach nur in der Sonne spazieren zu gehen und dem ein oder anderen spannenden Geruch nachzuspüren. Das hatte er sich vor unserer Begegnung in der Kirche gar nicht vorstellen können.

So dürfen wir alle Ostern in dem Bewusstsein feiern, dass Jesus für uns auferstanden ist und wir dadurch immer wieder aufstehen können gerade dann, wenn wir niedergedrückt und traurig sind.

 

Vielleicht sehen wir uns ja in St. Cäcilia oder Herz Jesu in einem der Gottesdienste - darüber würde ich mich sehr freuen.

Ein gesegnetes und frohes Osterfest wünscht Euch

Eure Cilli (Kirchenmaus)

P. S. : Wenn ihr wissen möchtet, wie Christen den besonderen Ostergottesdienst der Osternacht feiern, schaut einfach mal im Internet unter "Osternacht" nach.