Aussen rund um die Herz Jesu Kirche :

Wer die Kirche von außen umschreitet, der entdeckt hinter der Kirche den Gemeindefriedhof mit eigener Kapelle (1957) und in der Fortsetzung der Mittelachse der Kirche ein Kreuz in irischem Stil (1888 oder 1889), dessen Herkunft bisher nicht feststellbar ist. Das Eingangstor zum Friedhof entwarf Dipl.-Ing. Friedhelm Lipka 1975; hergestellt wurde es von der Urdenbacher Firma Heinrich Kludt. Es soll in seiner Bildhaftigkeit dem Friedhofsbesucher verdeutlichen, dass das Menschenleben von vielerlei „Kreuz-Wegen“ gekennzeichnet ist, aber alle Lebenswege ihre „Voll-end-ung“ beim Schöpfer, dem Quell des Lebens, erfahren.
1874 schufen sich die Urdenbacher aus dem Bestreben, eine eigene „Gebetstatte“ haben zu wollen, auf der Hochstraße das so genannte Hochkreuz an jener Stelle, wo später einmal die Pfarrkirche gebaut werden sollte.
Im Inneren der „Kapelle“ befand sich eine Kreuzigungsgruppe, deren Johannesfigur im 2. Weltkrieg durch Beschuss zerstört wurde. Die Marienfigur wird heute im Pfarrhaus aufbewahrt. Leider zerbrach bei einem Abnahmeversuch das Kreuz. Hier hielten die Urdenbacher ihre eigene Dankandacht für die Erstkommunionkinder und ihre eigenen Mai- und Rosenkranzandachten, weil sich St. Cäcilia einer Abtrennung des Urdenbacher Gebietes verweigerte.

Bis 2006 nahm hier die Fronleichnamsprozession ihren Ausgang. 1987 musste die Gesamtanlage völlig renoviert werden; neugestaltet wurde sie im folgenden Jahr durch Pater Laurentius Englisch OFM. Er gab der Terrakottagruppe den Titel: „Christus, der Lebensbaum, und das Menschenpaar“. Pater Laurentius selbst deutet die Gruppe so:
-An der Straße unseres Alltages steht Christus im Lebensbaum und hält die angenagelten Hände über die jungfräuliche Mutter und Johannes, den Lieblingsjünger. Das Kreuz ist nicht nur Marterpfahl, es wurde zum Lebensbaum, der uns das Paradies neu schenkte, da unsere Bosheit und Sünden getilgt wurden. Maria, das sind auch wir, die glaubende Kirche, die von der Hingabe Jesu am Kreuz die Frucht des Lebens empfängt. Wir empfangen diese Frucht des Lebens in der Taufe, der Wurzel unserer Gemeinschaft mit Gott und untereinander. So sind wir mit Gott und untereinander verbunden, wie die Wurzeln des Lebensbaumes. Wir werden so zu Jüngern wie Johannes und sollen das Geschenk des Lebens weiterreichen.
-Wer in mir bleibt, der bringt reiche Frucht, sagt Jesus. Ohne mich könnt ihr nichts tun (tote Zweige im Baum links).
-Meine Arme habe ich für alle ausgebreitet, meinen Leib gebe ich hin zur Vergebung eurer Sünden. Ich bin auferstanden, nicht um in die Ferne zu rücken, sondern um euch nahe zu sein auf dem Weg. Euch schaue ich an und gebe nicht irgendetwas, sondern mich selber Rose in der Hand der Jungfrau = Christus, Liebe).
-Gehet hin und werdet eins (Verbindung) von Baum und Wurzel) und werdet zu meinen Jüngern, indem ihr die Frucht des Lebens weiterreicht (Lieblingsjünger mit Apfel)

Das Gitter am Hochkreuz schuf der Kunstschmied Peter Ziebarth, Düsseldorf. Seit 1984 steht das Hochkreuz unter Denkmalschutz.