Baubeschreibung :

Wenn man von Benrath her über die Urdenbacher Allee nach Urdenbach kommt, fällt sofort ein viergeschossiger Backstein-Turm mit Rombendachabschluss auf, leicht erhöht über dem Straßenniveaustehend, Umwandert man über den pfarreigenen Friedhof den sich anschließenden Korpus der Herz Jesu Kirche, so überrascht das proportionale Verhältnis von Turm und Kirchenschiff: Eine Dorfkirche mit einem monumentalem Turm an der Straße, der allen deutlich macht: „Wir sind hier“ und „Wir sind auch wer“. Die Architekten Wilhelm und Paul Sültenfuß haben „Herz Jesu“ als dreischiffige neuromanische Kirche entworfen, mit fünf Jochen, mit Obergadenfenstern in Form von Drillingsfenstern und großräumigen Fensteröffnungen in beiden Seitenschiffen. Den Turm ziert ein großes Rosettenfenster. Aus Geldmangel musste die Kirche in zwei Bauabschnitten errichtet werden. Man betritt die Kirche durch drei Portaltüren; die beiden Seiteneingänge sind zugemauert worden und dienten als Beichträume. Im Jahr 1998 wurde der linke Seitenangang wieder geöffnet und zum behinderten Eingang umgebaut.

1963 bis 1966 erfolgte, dem nüchternen Zeitgeist entsprechend, eine Umgestaltung der Herz Jesu Kirche nach den Plänen des Architekten Otto Luczak, Monheim. Die gesamte Innenausstattung wurde entfernt, die Wände und Säulen mit Nessel überzogen und mit Fassadenfarbe weiß gestrichen, wodurch die Ausmalung der Kirche durch den Kölner Kunstmaler Hertel (1937) verschwand. In das Gewölbe fügte man Werkhallenleuchten ein, die Chorfenster wurden zugemauert, und die Seitenfenster erhielten Industrieverglasung, da für eine Kunstverglasung kein Geld vorhanden war. Zentrum sollte der Altar sein: ein einfacher Steintisch. Der einzige Schmuck der Kirche war ein Kreuz über dem Altar von dem Würseler Künstler Heinrich Sous (1965). Von ihm stammen auch Ambo und Tabernakel.
Mit den Jahren änderte sich aber das Lebensgefühl; mehr „Wärme“ wurde gefordert. Als 1974 der Pfarrer wechselte , entschloss sich der Kirchenvorstand nachdem die Sozialeinrichtungen der Pfarrgemeinde ausgebaut und saniert waren, durch einen neuen Farbanstrich „etwas mehr von dieser Wärme“ in den Kirchenraum zu bringen. Doch nach Errichtung des Gerüstes war das Erschrecken groß: Der gesamte Innenputz der Kirche war zerstört; das Gewölbe musste vollständig entfernt werden, da die Gewölbegurte breite, später aufgefüllte und überstrichene Risse aufwiesen. Das gesamte Gewölbe war nach Osten weggedrückt worden, bedingt durch die Verwendung unterschiedlichen Baumaterials in den einzelnen Bauabschnitten, und die Seitenwände drifteten nach außen, was Verankerungen notwendig machte. Die Gesamtstatik stimmte nicht mehr. Es bedurfte gewaltig finanzieller Anstrengungen seitens der Pfarrgemeinde und des Erzbistums Köln, die Kirche wieder instand zu setzen. Dies geschah unter der Leitung des Architekten Dipl.-Ing. Wilhelm Dahmen.