Neues Vortragekreuz in der HERZ JESU Kirche in URDENBACH

Dieses Vortragekreuz ist aus Anlass  des 100-jährigen Weihejubiläums der HERZ JESU Kirche in URDENBACH am 23. November 2014 geschaffen und zeigt den Gekreuzigten als Arbeit in Bronzeguss von Bildhauer Heinrich-Gerhard Bücker. Die Kreuzesbalken aus mehr als 2000 Jahre alter Mooreiche wurden von dessen Sohn Matthias Bücker–de Silva und seiner Tochter Lara-Maria im Atelier am Domhof in Beckum-Vellern  kostbar gefasst.

Der Korpus aus Bronzeguss  ist mit hauchfeinem Mondgold belegt und kontrastiert so vor dem tiefschwarzen Eichen-Holz, womit beides  Zeugnis vom Kampf zwischen  Licht und Finsternis auf diesem Planeten Erde gibt. Unsere Erde ist dazu bestimmt, einst durch unseren Gehorsam dem EWIGEN VATER gegenüber analog zum Gehorsam JESU am Ölberg ein Paradies des Friedens und der Freude im gegenseitig wohlwollenden Austausch zu werden, wie es uns die Engel von Betlehem bei der Geburt des göttlichen Kindes sangen : „Pax hominibus bonae voluntatis“ – „Friede den Menschen auf Erden, die eines guten Willens sind“. So beten wir es täglich im Herrengebet : „Dein Reich komme – wie im Himmel, so auf Erden“. Matthäus 6.33 sagt entsprechend : “SUCHET ZUERST DAS REICH GOTTES, ALLES ÜBRIGE WIRD EUCH DAZU GEGEBEN WERDEN !“  

Die Kirche als die vom Herrn selbst gegründete und noch unvollkommene Schule für sein ewiges geistiges Reich lehrt uns in ihren Heiligen die konkrete Nachfolge Jesu – auch als Pilger hinter einem Vortragekreuz -, um uns so von jeder  Selbstsucht  weg zu führen hin zur völlig selbstlos liebenden, weil hingebenden Liebe, in der Nachfolge unseres Erlösers.     

Der zart hell vergoldete Corpus des  Gekreuzigten nimmt in strahlendem Licht der Oberfläche das Licht der Auferstehung aus dem dunklen Grab vorweg,  das im tiefen Schwarz der Mooreiche symbolisiert ist. Das dunkel kontrastierende Holz des Kreuzes entstammt alten Holzpfählen aus dem historischen Stadtmauerfundament Beckums, wo es über eineinhalbtausend Jahre im westfälischen Lehmboden steckte. Matthias Bücker-de Silva verwendete dieses Holz der tragenden Fundamentpfähle aus  der römischen Zeit seiner Heimatstadt, wie die mittelalterliche Bezeichnung „Forum“ für den Beckumer Marktplatz belegt, das zur Lebzeit Jesu wahrscheinlich noch grün war. Die Holzteile der Fundamente gehörten zu 22 Wehrtürmen der Stadt und bilden wie die baugleiche Ringmauer der Heimatstadt der heiligen Kirchenlehrerin Therese von Avila mit 88 Türmen das symbolisch mehrfache der  Zahl 11 ab. In Avila sind alle Türme noch erhalten.

Das Mehrfache der  Zahl 11 ist dem demütigem Respekt vor der Bedeutung der  Zahl 12 geschuldet, die allein die Fülle der Vollkommenheit im Symbolbild zeigt. 11 ist in Rücksichtnahme und  Achtung vor der einst vollendeten Größe  des vom Himmel herab uns zukommenden Himmlischen Jerusalems mit 12 Toren und 12 Grundsteinen die nur gering bescheidenere Zahl des „irdischen Jerusalems“  und steht daher als Ausdruck für Unvollkommenheit wie auch Nähe zum Ewigen.  Therese von Avila beschreibt in diesem Kontext im Klassiker der Weltliteratur „Die innere Burg“ den Weg zu Vollkommenheit des Menschen als Weg nach innen in der im Innersten GOTT als König der Liebe lebt.

Die biblische Fülle der gegebenen Zwölfzahl findet sich in der vom Herrn selbst gewählten Anzahl der Apostel, von denen er sozusagen als Haupt und Herz der Dreizehnte ist – zusammen mit seiner Mutter, die die furchtsamen Apostel im Abendmahlsaal zu Pfingsten liebevoll stärkte.        

Die zwölf findet sich auch auf der am Fuß des Kreuzes eingearbeiteten sogenannten „wundertätigen Medaille“, die Mutter Theresa von Kalkutta Johannes Paul II nach dem Attentat vom 13. Mai 1981 als Hilfe für sein Überleben schenkte. In der Geheimen Offenbarung finden wir diese Zahl 12 auch in Offenbarung 12 im Bild der Frau im Kranz von 12 Sternen, die mit der Sonne bekleidet ist. Dieses ist ein Bild der Kirche, die als mystische Braut Christi aus der wahren Weisheit in der Liebe vom Licht GOTTES erleuchtet wird. Das Vorbild dieser Kirche besteht im Gottmenschen Jesus Christus und im Urbild der Kirche, welches das erste vollendeten Geschöpf ist, Maria, die sich GOTT selbst durch den Engel erwählte, um durch sie Mensch zu werden – durch jene Frau, die bis unter das Kreuz treu blieb.  Von „der Frau“ ist in Genesis 3.15 gesagt, dass sie einst den „Kopf der Schlange“ überwältigen wird.

Diese Spannung des Kampfes zwischen Licht und Finsternis in der Welt drückt sich in den verwendeten Materialien des Kreuzes aus. Verwendet sind Materialien aus Mineralreich, Pflanzenreich und Tierreich. Der Bergkristallnodus ist als „kristallines Licht“ auf Christus als Licht der Welt bezogen,  die schwarze Mooreiche wird zum „Baum des Lebens“ und wird vom Weiß der drei Knospenenden aus Elfenbein abgeschlossen. Das Elfenbein des neuen Kreuzes korrespondiert zu dem Elfenbeinkorpus des vorhandenen Bergkristallkreuzes. Gekrönt wird die Materialwahl durch das verwendete Gold, dem edelsten aller Metalle im Mondgold, in dem Christus als Mensch aller Menschen analog zum Leben spendenden Licht  der Sonne als UREWIGER Geist dargestellt ist,  der LIEBE IST.

So gibt das Kreuz in moderner Formensprache Zeugnis von der zeitlos gültigen Wahrheit aus dem Herzen Jesu,  das durch das JA aus dem Herzen Mariens Fleisch angenommen hat. Das Kreuz ist auf plastische Weise Ausdruck der Liebe Gottes, wie es auch  BENEDIKT XVI  in seiner  Enzyklika DEUS CARITAS EST verkündet.

Dieser Tatsache versucht die Gestaltung Ausdruck zu verleihen.

Die zentrale Kreisform symbolisiert das ewige Sein der gekreuzigten Person Jesu, in der der UREWIGE Schöpfer allen Seins als Vater und EWIGE LIEBE sichtbar ist, die sich freiwillig dem Leiden unterwarf, um uns in der Auferstehung die Kraft der Liebe zu bezeugen.                     

Diese Intention verkündet  auch ein kleines Zeichen am Fuß des Kreuzes, die sogenannte wundertätige Medaille aus Paris, wo die Gottesmutter 1830 dreimal in der rue du bac der Vinzentiner-Novizin Katharina Laboure´ erschien und ihr auftrug, eine solche Medaille prägen zu lassen zum Zeichen ihres mitwirkenden Engagements für das Heil der Menschheit. So solle das Kreuz Christi über einem „M“ stehen, umrahmt von 12 Sternen. Dieses Symbol der miterlösenden Aufgabe Mariens im Heilsplan wählte sich Johannes Paul II zum Wappensymbol. Die beiden Herzen Jesu und Mariens auf der Medaille sind  sinnreicher Bezug zum Patrozinium HERZ JESU. Das Herz als Sitz des Lebens und der Liebe ist sogar im materiell-medizinischen Bereich Indikator für das Leben eines Menschen und steht hier spirituell  im Mittelpunkt, wie es 1 Korinther 13 verkündet: „Hätte  ich alle Weisheit der Welt, aber die LIEBE nicht, so wäre ich nichts“

Der Kreis der zwölf Sterne kennzeichnet  heute die EU, die in ihrer Verfassung den Kern und das Fundament Europas in Christi Jesu formaljuristisch ausschließt. Das Oval der Bodenplatte  bezeichnet geometrisch zwei Brennpunkte als die Ordnungen in Kirche und Staat, die beide der Wahrheit aus der Liebe Christi verpflichtet sind. Das ovale Element der Edelstahlfundamentplatte trägt als Mitte  den kreisförmigen Sockel der Tragestange des Kreuzes und drückt damit das vor Pontius Pilatus bekannte geistige und universale unipolare Königtum Christi aus. "Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende." So spricht GOTT als die EWIGE LIEBE ( Offenbarung 22,13 ) die von sich in Johannes 14.6 im Wort Jesu Christi bekennt: “ICH BIN DER WEG, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN“.

Dieser WAHRHEIT eine Form in entsprechender Weise zu verleihen, damit sie sichtbarer Ausdruck der Schönheit aus der Wahrheit ist, der wir als Kinder Abrahams  folgen sollen, ist Sinn dieses Kunstwerkes.