Herz Jesu Pfarrkirche zur Osterkommunion im Jahr 1951 :

Herz Jesu Pfarrkirche zur Osterkommunion im Jahr 1951

Aufriss der Herz Jesu Pfarrkirche aus dem Jahr 1911 :

Zur Geschichte der Pfarrgemeinde und ihrer Kirche :

Während die evangelischen Christen von Urdenbach bereits seit über 300 Jahren eine eigenständige Gemeinde sind, gehörten die katholischen Einwohner Urdenbachs lange Zeit zur Kirchengemeinde St. Cäcilia, Benrath. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte sich bei den Urdenbacher Katholiken der Wunsch nach Selbständigkeit.

Sie bauten im Jahre 1874 an er Hochstraße das Hochkreuz als äußeres Zeichen für diese Bestrebungen. Das erklärte Ziel war, eine eigene Kirche zu haben. Deshalb gründete Lehrer Karl Weber im Jahr 1885 einen Kirchenbauverein. Am 8. Oktober 1893, nach acht Jahren mühsamen Geldsammelns, konnte der Grundstein für eine Teilkirche gelegt werden. Sie bestand aus der Apsis und den ersten beiden Jochen. Ungefähr ein Jahr später, am 23. September 1894, fand die Benediktion dieser Teilkirche statt. Ein wichtiges Teilziel war erreicht: das katholische Urdenbach hatte seine eigene Kirche.

Doch damit war Urdenbach noch lange keine selbständige Gemeinde. Der nächste wichtige Schritt auf dieses Ziel zu war die Ernennung von Peter Jäger zum Rektor der Kirche. Rektor Jäger war allerdings immer noch Geistlicher der Gemeinde St. Cäcilia, Benrath. Im Jahre 1902 wurde Urdenbach dann das Recht verliehen, einen eigenen Kirchenvorstand zu wählen. Am 1.Oktober 1906 war „Herz Jesu“ endlich eine eigenständige Pfarrei.

In den nun folgenden Jahren erfolgte der Ausbau der kleinen Kirche. Durch die industrielle Entwicklung in Benrath und Reisholz wurde Udenbach zum Wohngebiet für Industriearbeiter. Infolgedessen stieg die Bevölkerungszahl an, und die Kirche wurde zu klein.

Über den Gang der Planung liegen uns einige Schriftstücke vor, die uns Einblick in die Problematik vermitteln. Aus den Unterlagen lässt sich Folgendes rekonstruieren: Am 03. März 1909 stellte Pfarrer Peter Jäger in Köln den Antrag, eine Kollekte abhalten zu dürfen, um den Ausbau der Kirche finanzieren zu können. Er begründete die Notwendigkeit des Ausbaus mit dem Anwachsen der Gemeinde vor 1200 Katholiken auf 2200. Er erwähnte, dass allein die 400 Kinder die Hälfte der Kirche füllen. Außerdem betonte er, dass die Westwand aus Fachwerk baufällig sei und eine Reparatur erhebliche Aufwendungen erfordere. Diese Gelder könnte man in die Kosten für den Ausbau einbringen.

Die Genehmigung der Kollekte erfolgte am 9. März 1909. Am 27. Januar 1910 stellte der Kirchenvorstand in Köln den Antrag auf Erweiterung der Kirche. Das Generalvikariat erteilte am 14. Februar 1910 die Genehmigung, allerdings mit der Auflage, den Turm um zwei Etagen niedriger zu bauen, die Giebel steiler zu erstellen und die Helmspitze des Turmes parallel zu den Giebeln zu gestalten. Ob gegen diese Auflage Widerspruch erhoben wurde, kann aus den Unterlagen nicht erschlossen werden. Der uns vorliegende Aufriss der Kirche stammt aus dem Jahr 1911 und zeigt die heutige Form der Kirche mit hohem Turm und Romben-Spitze, also eine andere als die, die Köln in der vorliegenden Genehmigung verlangte.

Der Kirchenvorstand versuchte, weitere Geldquellen zu erschließen. Am 10. April 1910 formulierte er an die königliche Regierung der Rheinprovinz die Bitte, eine Hauskollekte im Gebiet dieser Provinz abhalten zu dürfen. Hier argumentierte man wie im Antrag an Köln mit der Armut der Gemeinde und dem Anwachsen der Gläubigenzahl in Urdenbach. Die Genehmigung erfolgte am 4. März 1911:Im Regierungsbezirk Düsseldorf durfte im Jahr 1912 eine Hauskollekte bei Katholiken durchgeführt werden. Es liegt sogar ein Aufruf des Bischofs von Münster vor, zu dessen Bereich Teile des Regierungsbezirks gehörten, mit der Bitte, die Kollekte durch einen Appell von der Kanzel zu unterstützen. Am 15. November 1910 hatte der Kirchenvorstand bei der Landesbank eine Hypothek von 30.000 Mark aufgenommen.

Das Geld für die Erweiterung der Kirche war also zusammen. Nun konnte der Ausbau beginnen. Am 24. Mai 1911 erteilte die politische Gemeinde Benrath, zu der Urdenbach seit 1908 gehörte, die Genehmigung zum Baubeginn.

Am 17. Januar 1912 war der Rohbau vollendet, ein Baum wurde auf dem Turm angebracht und Richtfest gefeiert. Der Hahn wurde am 23. Januar auf die Turmspitze gesetzt. Zur Konsekration kam Weihbischof Dr. Josef Müller am 23. November 1914 nach Urdenbach.